Zum Schutz der Düsseldorfer Rheinlandschaft.

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1998:    „Hände    weg    von    den    Rheinwiesen!“         Das    ist    das    Motto    auf    5.000    Briefen    an    Oberkasseler    Haushalte, Bezirksvertretung   4,   Rat   und   Verwaltung,   von   Interviews   und   zwei   Radiosendungen   auf   Antenne   Düsseldorf   (im   Bürgerfunk und   „Radschläger   extra“).   Denn   bereits   im   August   hatte   der   Rat   das   umstrittene   Thema   „Mehr   Feiern   auf   der   Rheinwiese“ angeschnitten    –    und    sofort    wieder    vertagt.    Wolfgang    Kamper,    Vorsteher    der    Bezirksvertretung    4    warnt    sogleich    vor „Missbrauch“   des   Vertrauens,   das   bei   der   linksrheinischen   Wohnbevölkerung   dadurch   entstanden   sei,   dass   man   über   Jahre hinweg versichert habe, das Rheinufer stehe bis auf wenige Ausnahmen allein für Freizeitaktivitäten zur Verfügung. Mit   sachkundigen   Eingaben,   Kontaktaufnahme   mit   dem   Landschaftsbeirat   und   seinen   Mitgliedern   aus   den   Naturschutz- Verbänden,    intensiver    Öffentlichkeitsarbeit    und    einer    umfangreichen    Informationskampagne    in    den    linksrheinischen Stadtteilen   setzten   sich   die   Deichwächter   energisch   für   den   Erhalt   des   Landschaftsschutz-   und   Erholungsgebietes   zwischen Oberkasseler-   und   Kniebrücke   ein,   das   ohnehin   durch   illegales   Befahren   von   Fahrzeugen,   fehlende Absperrmöglichkeiten   für Kraftfahrzeuge   und   Aktivitäten   mit   hohem   Müllaufkommen   gefährdet   ist.   Rasenverdichtung   führt   schon   jetzt   flächenhaft   zur Rasenvernichtung,   statt   Schutz   kommt   Schotter   zum   Einsatz,   immer   zahlreicher   werden   die   breiten   Fahrwege   durch   die schweren Kirmesfahrzeuge: erst Matsch, dann Schotter, dann „Beton“. 1999:    Rheinwiesensatzung   bleibt   unverändert.   Erfolgreich   gehen   die   Deichwächter   ins   neue   Jahr.   Der   frühzeitigen   und engagierten    Gegenwehr    des    Vereins    mit    der    Kampagne    „Hände    weg    von    den    Rheinwiesen“,    ist    es    entscheidend zuzuschreiben, dass die Rheinwiesensatzung nicht verändert wurde. 2000:    In   einer   limitierten   Auflage   stellen   Deichwächter   am   18.   Oktober   der   Presse   einen   Kalender   vor.   Er   zeigt   Schäfer   und Schafe   auf   den   linksrheinischen   Rheinwiesen,   dazu   Bildunterschriften.   Der   Titel:   „Liebe   zu   Lamm   &   Landschaft“   -   eine Hommage    an    Kreatur    und    Natur.    Schafe    als    Symbole    für    Geduld    wie    Dickköpfigkeit    und    Landschaftsschutz    wurden stellvertretend   für   die   Eigenschaften   und   Aktivitäten   der   Deichwächter   gewählt.   Der   Kalender   für   das   Jahr   2001   ist   im linksrheinischen Handel und in der Innenstadt mit Erfolg verkauft worden. 2001:    Die   Bildmotive   des   Kalenders   stehen   außerdem   Pate   für   einen   Kurzfilm,   der   als   Video   erhältlich   ist.   Der   Film   führt   die schönsten     Seiten     des     schönsten     Stücks     Düsseldorfer     Uferlandschaft     vor    Augen     und     zeigt     die     Bedrohung     des Landschaftsschutzgebietes   durch   die   hinterlassenen   Schäden   nach   der   großen   Kirmes.   Hauptdarsteller   ist   der   Schäfer Siegfried   mit   Schaf      Dasy,   Standbilder   sind   von   Richard   Fuchs,   Skript   von   Ursel   Fuchs,   Sprecher   ist   Jochen   Busse,   Direktor: Joachim    Schmidt-Günter,    Produktion:    Motion    GmbH    Düsseldorf,    Ton:    T.h.e.    Sound    Düsseldorf.    Der    Kurzfilm    wird    in Programmkinos gezeigt.
Zum Schutz der Düsseldorfer Rheinlandschaft
Frühjahr 1993: Erfolgreich gegen die Deichgaragen. Alarmiert durch städtische Pläne, sogenannte Deichgaragen im oberen Rheindeich zwischen Oberkasseler- und Kniebrücke für 500 Pkw-Einstellplätze einzurichten, finden sich im Frühjahr 1993 Oberkasseler Bürgerinnen und Bürger zusammen. Wenige Monate später, im Juni 1993, findet die Vereinsgründung des Deichwächter e. V. statt. Gründungsmitglieder und Jahrzehnte im Vorstand sind Ursel und Richard Fuchs, Dr. jur. Helmar Lang u. a.. Die Sorge um die Rheinauen und das Naherholungsgebiet für viele Menschen nicht nur aus dem Linksrheinischen veranlasst die Mitglieder im Sommer 1993, fast 5.000 Unterschriften gegen die Deichgaragen zu sammeln. Eine spektakuläre Plakataktion, Pressekonferenz, Radio- Interviews, Infostände an der Luegallee und ausgedehnte Kommunikation mit Politikerinnen und Politikern sowie die erste Deichwächter-Zeitung zum Deichwächter-Fest am Barbarossaplatz sorgen dafür, dass die Deichgaragen- Pläne zunächst wieder in den Schubladen der Stadtverwaltung verschwinden. Die damals bereits erarbeitete städtische Umfrage wird auf Antrag der Bezirksvertretung 4 gestoppt. „Von den Tiefgaragen- Projekten hat die Stadt Düsseldorf (...) mittlerweile Abstand genommen“ schreibt der damalige Minister für Stadtentwicklung und Verkehr am 17.01.1994 dem DEICHWÄCHTER e.V.     1994: Die Deichwächter folgern: Unsere Natur ist die beste Freizeitveranstaltung für die Düsseldorfer und ihre Familien! Eine gut besuchte Bürger- und Mitgliederversammlung am 23.10.1994 bringt viel unterstützende Zustimmung und etliche neue Mitglieder. 1994/95: Anwohnerparken. Dem Gemeinsinn verpflichtet, wurde in die Satzung vorausschauend als Zweck des Vereins u. a. aufgenommen, auch das Hinterland der Rheindeiche unter Gesichtspunkten des Umweltschutzes vor Eingriffen zu schützen. In diesem Sinne haben sich der DEICHWÄCHTER e. V. für sinnvolle Konzepte des Anwohnerparkens mit eingesetzt und Pläne zu einer Verkehrsberuhigung im Stadtteil – u.  a. auf der Luegallee – mit unterstützt. März 1996: Anwohnerparken wird eingeführt. September 1996: Neuer Vorstoß für Deichgaragen. Mitte September unterbreitet das Straßenverkehrsamt dem Ordnungs- und Verkehrsausschuss u. a. folgende Vorschläge: 1. „Es wird erneut vorgeschlagen, die Realisierungsmöglichkeiten von Deichgaragen zwischen Rheinkniebrücke und Oberkasseler Brücke zu prüfen. (...) Die Realisierung scheiterte bekanntlich am Widerstand einer Bürgerinitiative.“. 2. „Neben der Errichtung von gebührenpflichtigen Deichgaragen sollten weitere Standorte für den Bau von Garagen geprüft und ggfs. realisiert werden. Verwaltungsseitig wurden zwischenzeitig entsprechende Abklärungen mit (...) Bauherren vorgenommen.“ (Anmerkung Deichwächter: Dabei wurde auch eine Tiefgarage unter dem Kinderspielplatz Salierplatz in Erwägung gezogen). Wenn es nach den Plänen der Stadt und des Investors geht, sind durch die Baumaßnahme dort insgesamt 15 Bäume gefährdet. Am 09.10.1996 beschließt der Ordnungs- und Verkehrsausschuss bei zwei Enthaltungen (Bündnis 90/Grüne): „Zu dem Verwaltungsvorschlag Realisierungsmöglichkeiten zur Errichtung von Deichgaragen – ist eine Bürgerbefragung im weiteren Sinne durchzuführen. Das Ergebnis ist dem Ausschuss vorzulegen. Protokollführerin Ute Fischer: „Irgendwie will man sich wohl noch mal vergewissern, ob das Meinungsbild 1997 noch genau so sei wie 1993.“ 1997 (Karnevalswoche): In 12.000 Ober- und Niederkasseler Briefkästen, bei Anwohnern und Gewerbetreibenden, steckt eine städtische Umfrage, die ermitteln soll, wer „Interesse an der Anmietung eines Deichgaragenplatzes“ habe oder nicht, oder wer „gegen Deichgaragen“ sei. Der Deichwächter e. V. reagiert spontan, antwortet mit tausenden von Handzetteln: „Nach wie vor und jetzt erst recht – entschieden Nein zu Deichgaragen.“ Das Resultat: Aus dem Straßenverkehrsamt melden Gerhard Aschendorf und seine Kollegin Claudia Spindler: „Ganz deutliche Ablehnung.“ Ca. 85 % der Befragten antworten mit einem klaren Nein, nur etwa jeder 6. bekundete Interesse an dem umstrittenen Bauwerk. Wie die Stimmung in der Bevölkerung aussieht, wird bei der Februar-Sitzung der Bezirksvertretung 4 am 26.02.1997 mit dem eindrucksvollen Zahlenverhältnis offenkundig: 1.440 Nein- Stimmen, nur 172 Ja-Stimmen.

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