Zum Schutz der Düsseldorfer Rheinlandschaft.

       Was bisher geschah …

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2004:   Alle   Jahre   wieder   brandet   die   Diskussion   um   eine   Verlängerung   der   Größten   Kirmes   am   Rhein   neu   auf.   Die meisten   mögen   die   Mai-Kirmes,   alle   tolerieren   die   Große   Kirmes   –   selbst   die   Bewohner   von   Oberkassel,   Niederkassel   und Lörick,   die   am   stärksten   davon   betroffen   sind.   Eine   Verlängerung   von   bisher   neun   auf   16   Tage   darf   nur   dann   geschehen,   wenn diese    (dann)    Acht-Millionen-Besucher-Veranstaltung    aus    dem    linksrheinischen    Wohngebiet    verlegt    wird    zum    Großraum Messe/Stadion-Gelände.   Gegen   eine   drohende   Verlängerung   im   Stadtteil   Oberkassel   wehren   sich   die   Deichwächter   und   fordern eine Verlegung. BILD   titelt   am   24.   Juli   2004:   „Aufwachen!!!   Unsere   Rheinkirmes   könnte   viel   größer   sein,   so   prall   wie   das   Oktoberfest.   In Oberkassel   fehlt   der   Platz.   Ihr   Schützen   und   Kirmes-Bürgermeister,   frag   doch   mal   bei   der   Messe   an!   Die   Kirmes   in   der   Messe wäre   die   größte   in   ganz   Europa   –   bringt   2.000   Jobs.“   Viele Argumente   würden   dafür   sprechen:   geeigneter   Platz,   hervorragende Verkehrsanbindungen   und   befestigte   Parkplätze   für   zigtausende   von   Fahrzeugen,   vor   allem   viel   mehr   Platz   für   die   vielen, bislang unerfüllbaren Stellplatzwünsche der Schausteller (von 1.500 können bislang nur 350 berücksichtigt werden). 27.11.2004:   Mit   einem   Schreiben   und   einer   Fotodokumentation   machen   die   Deichwächter   OB   Joachim   Erwin   auf   gravierende Schäden    an    den    Rheinwiesen    aufmerksam.    Erwin    verspricht    Abhilfe    und    betont    in    seinem    Schreiben    zum    Schluss: „Festzuhalten   bleibt   abschließend,   dass   die   beteiligten   städtischen   Ämter   in   Zusammenarbeit   mit   dem   Schützenverein   im   regen Kontakt stehen, um einen der attraktivsten Orte unserer Heimatstadt zu schützen und zu erhalten.“   16.11.2005:     Deichwächter    veranlassen    eine    Begehung    der    Rheinwiesen    gemeinsam    mit    Rolf    Tups,    Vorsteher    der Bezirksvertretung    4,    Frau    Meisenbach,    Herrn    Weißenfels    vom    Liegenschaftsamt    und    Herrn    Nöten    von    der    Unteren Landschaftsbehörde, um auf die mangelhafte Renaturierung der Rheinwiese aufmerksam zu machen.  2006:     Um    auf    die    Schönheiten    der    Rheinlandschaft    der    Landeshauptstadt    –    insbesondere    der    10    Kilometer    langen linksrheinischen   Landschaftsschutzgebiete   von   Lörick   bis   Heerdt   als   Erholungsgebiet   für   die   Bevölkerung   –   aufmerksam   zu machen,   präsentiert   der   Deichwächter   e.   V.   eine   wohl   einmalige   Fotoserie.   In   einer Auflage   von   4.700   Exemplaren   wird   ein   16- seitiges   4-Farb-Foto-Leporello   als   Postwurfsendung   in   Oberkasseler   Haushalte   verteilt.   Auf   der   Rückseite   des   Leporellos beschreiben   Deichwächtermitglieder   die   Schönheiten   der   Landschaft   und   warum   sie   die   Stadt   am   Strom   so   lieben.   Einer   von ihnen   ist   der   Italiener   Dr.   P.   Rumigniani   mit   seinem   Statement   und   ungewöhnlichen   Geschichte:   „Warum   ein   Italiener   in   Madrid arbeitet   und   in   Oberkassel   wohnt“.   Die   einzelnen   Motive   sind   außerdem   als   Postkartenserie   (im   Maxiformat   für   Normalporto)   im Handel erhältlich.
Zum Schutz der Düsseldorfer Rheinlandschaft
Frühjahr 1993: Erfolgreich gegen die Deichgaragen. Alarmiert durch städtische Pläne, sogenannte Deichgaragen im oberen Rheindeich zwischen Oberkasseler- und Kniebrücke für 500 Pkw-Einstellplätze einzurichten, finden sich im Frühjahr 1993 Oberkasseler Bürgerinnen und Bürger zusammen. Wenige Monate später, im Juni 1993, findet die Vereinsgründung des Deichwächter e. V. statt. Gründungsmitglieder und Jahrzehnte im Vorstand sind Ursel und Richard Fuchs, Dr. jur. Helmar Lang u. a.. Die Sorge um die Rheinauen und das Naherholungsgebiet für viele Menschen nicht nur aus dem Linksrheinischen veranlasst die Mitglieder im Sommer 1993, fast 5.000 Unterschriften gegen die Deichgaragen zu sammeln. Eine spektakuläre Plakataktion, Pressekonferenz, Radio- Interviews, Infostände an der Luegallee und ausgedehnte Kommunikation mit Politikerinnen und Politikern sowie die erste Deichwächter-Zeitung zum Deichwächter-Fest am Barbarossaplatz sorgen dafür, dass die Deichgaragen- Pläne zunächst wieder in den Schubladen der Stadtverwaltung verschwinden. Die damals bereits erarbeitete städtische Umfrage wird auf Antrag der Bezirksvertretung 4 gestoppt. „Von den Tiefgaragen- Projekten hat die Stadt Düsseldorf (...) mittlerweile Abstand genommen“ schreibt der damalige Minister für Stadtentwicklung und Verkehr am 17.01.1994 dem DEICHWÄCHTER e.V.     1994: Die Deichwächter folgern: Unsere Natur ist die beste Freizeitveranstaltung für die Düsseldorfer und ihre Familien! Eine gut besuchte Bürger- und Mitgliederversammlung am 23.10.1994 bringt viel unterstützende Zustimmung und etliche neue Mitglieder. 1994/95: Anwohnerparken. Dem Gemeinsinn verpflichtet, wurde in die Satzung vorausschauend als Zweck des Vereins u. a. aufgenommen, auch das Hinterland der Rheindeiche unter Gesichtspunkten des Umweltschutzes vor Eingriffen zu schützen. In diesem Sinne haben sich der DEICHWÄCHTER e. V. für sinnvolle Konzepte des Anwohnerparkens mit eingesetzt und Pläne zu einer Verkehrsberuhigung im Stadtteil – u.  a. auf der Luegallee – mit unterstützt. März 1996: Anwohnerparken wird eingeführt. September 1996: Neuer Vorstoß für Deichgaragen. Mitte September unterbreitet das Straßenverkehrsamt dem Ordnungs- und Verkehrsausschuss u. a. folgende Vorschläge: 1. „Es wird erneut vorgeschlagen, die Realisierungsmöglichkeiten von Deichgaragen zwischen Rheinkniebrücke und Oberkasseler Brücke zu prüfen. (...) Die Realisierung scheiterte bekanntlich am Widerstand einer Bürgerinitiative.“. 2. „Neben der Errichtung von gebührenpflichtigen Deichgaragen sollten weitere Standorte für den Bau von Garagen geprüft und ggfs. realisiert werden. Verwaltungsseitig wurden zwischenzeitig entsprechende Abklärungen mit (...) Bauherren vorgenommen.“ (Anmerkung Deichwächter: Dabei wurde auch eine Tiefgarage unter dem Kinderspielplatz Salierplatz in Erwägung gezogen). Wenn es nach den Plänen der Stadt und des Investors geht, sind durch die Baumaßnahme dort insgesamt 15 Bäume gefährdet. Am 09.10.1996 beschließt der Ordnungs- und Verkehrsausschuss bei zwei Enthaltungen (Bündnis 90/Grüne): „Zu dem Verwaltungsvorschlag Realisierungsmöglichkeiten zur Errichtung von Deichgaragen – ist eine Bürgerbefragung im weiteren Sinne durchzuführen. Das Ergebnis ist dem Ausschuss vorzulegen. Protokollführerin Ute Fischer: „Irgendwie will man sich wohl noch mal vergewissern, ob das Meinungsbild 1997 noch genau so sei wie 1993.“ 1997 (Karnevalswoche): In 12.000 Ober- und Niederkasseler Briefkästen, bei Anwohnern und Gewerbetreibenden, steckt eine städtische Umfrage, die ermitteln soll, wer „Interesse an der Anmietung eines Deichgaragenplatzes“ habe oder nicht, oder wer „gegen Deichgaragen“ sei. Der Deichwächter e. V. reagiert spontan, antwortet mit tausenden von Handzetteln: „Nach wie vor und jetzt erst recht – entschieden Nein zu Deichgaragen.“ Das Resultat: Aus dem Straßenverkehrsamt melden Gerhard Aschendorf und seine Kollegin Claudia Spindler: „Ganz deutliche Ablehnung.“ Ca. 85 % der Befragten antworten mit einem klaren Nein, nur etwa jeder 6. bekundete Interesse an dem umstrittenen Bauwerk. Wie die Stimmung in der Bevölkerung aussieht, wird bei der Februar-Sitzung der Bezirksvertretung 4 am 26.02.1997 mit dem eindrucksvollen Zahlenverhältnis offenkundig: 1.440 Nein- Stimmen, nur 172 Ja-Stimmen.

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