Zum Schutz der Düsseldorfer Rheinlandschaft.

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Deichwächter   protestieren   2001/2002   im   Verbund   mit   17   weiteren   Vereinen   erfolgreich   gegen   die   Olympia-Bewerbung   der Stadt Düsseldorf. Anstatt   einer   Industriebrache   hat   Oberbürgermeister   Erwin   ausgerechnet   die   heile   linksrheinische   Welt   mit   den   ausgedehnten Natur-   und   Landschaftsschutzgebieten,   der   Kulturlandschaft   wie   auch   die   landwirtschaftlichen   Gebiete   für   das   olympische   Dorf und   die   Austragungsstätten   ausgewählt.   Mehr   als   ein   Jahr   lang   bleibt   das   Aktionsbündnis   mit   wöchentlichen   Beratungen   und Aktionen erfolgreich aktiv, bis schließlich in München Leipzig den Zuschlag erhält.   Beteiligte    des   Aktionsbündnisses    HÄNDE    WEG    VON    DEN    RHEINAUEN:     Bürgerverein    Lörick    e.V.;    St.    Sebastianus Schützenbruderschaft    Lörick;    KGV    „Löricker    Wäldchen“    e.V.;    Initiative    „Rettet    die    Wiese“;    Bürgerverein    Büderich    e.V.; Heimatverein   Oberkassel   e.V.;   Bürgerverein   Handweiser   e.V.;   Bürgerverein   Niederkassel   e.V.;   Bürgerinnen-   und   Bürgerverein Deichwächter   e.V.;   Verkehrsclub   Deutschland   (VCD),   Kreisverband   Düsseldorf   e.V.;   Arbeitsgemeinschaft   Düsseldorfer   für umweltgerechte   Raum-   und   Verkehrsplanung   (ADuR)   im   NABU   Verband   Düsseldorf   e.V.;      BUND      Bund   für   Umwelt   und Naturschutz Deutschland, Kreisgruppe Düsseldorf; Landwirte-Kreisvereinigung Düsseldorf e.V. Löricker Landwirte. 18.12.2001:    Erste   Protestversammlung   und   baldige   Gründung   des Aktionsbündnis   „Hände   weg   von   den   Rheinauen“,   dem   sich 17 Vereine und Verbände mit Tausenden von Mitgliedern anschließen. 2002:    Deichwächter   fordern   schriftlich   am   4.   Februar   auf   der   Grundlage   des   Umweltinformationsgesetzes   von   OB   Erwin Informationen   zur   Olympiabewerbung   2012   der   Stadt   Düsseldorf.   Das   Schreiben   erhalten   die   Medien   als   Offenen   Brief   und   der Oberbürgermeister   durch   einen   Boten   der   Deichwächter,   der   einen   Umschlag   mit   Unterlagen      Herrn   Schulgen   am   Empfang des   Rathauses   aushändigt.   Dieser   und   der   Bürovorsteher   des   OB,   Voßwinkel,   bestätigen   später,   das   Schreiben   bis   auf   den Schreibtisch des OB weitergeleitet zu haben. Doch OB Erwin behauptet indessen, das Schreiben nie erhalten zu haben. 2002:     Anfang    des    Jahres    fällt    der    Startschuss    für    die    Olympia-Bewerbung    2012    der    Stadt    Düsseldorf    und    zeitgleich Protestaktivitäten    des    Aktionsbündnisses:    „Hände    weg    von    den    Rheinauen“.    Kernpunkte    der    Kritik    sind    die    verfehlten Bewerbungskriterien   des   NOK   und   IOC,   als   da   sind:   Ökologische   Verträglichkeit,   Nachhaltigkeit   der   Bebauung,   Akzeptanz   in der   Bevölkerung   und   Einbindung   in   vorhandene   Strukturen.   Die   Bewerbung   sieht   außerdem   die   Vernichtung   bäuerlicher Existenzen   in   Lörick,   der   Kleingartenanlagen   „Löricker   Wäldchen“,   der   Landschafts-   und   Naturschutzgebiete   am   Rhein   und   der Gewerbebetriebe   auf   dem   Gelände   der   Böhlerwerke   vor.   Eine   neue   Brücke,   für   die   kein   grundsätzlicher   Bedarf   besteht,   soll   zu einem   hohen   Flächenbedarf   und   der   Zerschneidung   der   Landschaft   führen.   Die   Oberkasseler   Rheinwiesen   sollen   den   Beach- Volleyball-Spielen,     bzw.     den    Arenen,     Übungsfeldern,     Mannschafts-     und     Versorgungsgebäuden,    Anfahrtswegen     und Parkplätzen zum Opfer fallen. Gemeinsam   mit   den   Teilnehmern   des   Bündnisses,   Heimatvereinen,   Naturschutzverbänden,   den   Löricker   Landwirten,   kommt es   zu   mehreren   Demonstrationen   und   einer   Protestfahrt   mit   Traktoren   und   Bussen   zum   NOK   nach   Frankfurt.   Hier   werden Dokumentationsbände   mit   ausführlichen   Begründungen   überreicht,   darunter   eine   Pressedokumentation   mit   über   250   kritischen Berichten. Die Bevölkerung nimmt durch Broschüren, Handzettel und Bürgerforen regen Anteil an der Protestaktion. 04.02.2002:    Bezugnehmend   auf   das   Umweltinformationsgesetzes   verlangt   das   Bündnis   von   OB   Erwin   detaillierte   Auskünfte über Olympische Spiele 2012 und beantragt nach Fristüberschreitung eine Einstweilige Anordnung. Nachdem    dem   Aktionsbündnis    erschreckende    Einzelheiten    der    Planung    des    Olympischen    Dorfes    für    16.000    Menschen bekannt   geworden   sind,   die   in   der   Bezirksvertretung   4   am   27.02.2002   vorgestellt   werden,   veranstaltet   das   Bündnis   am Folgetag,   den   28.02.2002,   das   erste   Bürgerforum.   Ihm   werden   noch   drei   weitere   Foren   in   einem   überfüllten   Saal   mit   rund   400 Besuchern   folgen.   Computer-Simulationen   verdeutlichen   das   ganze   Ausmaß   der   zu   erwartenden   geplanten,   gigantischen Zerstörung    von    Natur,    Landschaft,    Landwirtschaft    und    urbaner    Infrastruktur.    Von    nun    an    kann    sich    jeder    über    einen professionellen Internetauftritt (www.took.de) über aktuelle Aktionen informieren. Am    02.03.2002    führt    ein    über    1.000    Meter    langer    Demonstrationszug    mit    Traktoren-Korso    und    Fußgängern    vom linksrheinischen Oberkassel über die Oberkassler Brücke durch die Altstadt bis zum Rathaus. Die Proteste richten sich gegen:     •  400.000 qm Flächenverbrauch für Olympisches Dorf (Hochhäuser) in Löricker und         Büdericher Grüngebieten     •  Vernichtung verbraucher- u. stadtnaher Landwirtschaft     •  Bus- und Straßenbahnbrücke (statt Tunnel) Messe/Lörick/Heerdt     •  4-spurige Ortsumgehung Büderich durch Äcker und Rheinvorland     •  Beach-Volleyball-Anlagen auf Oberkasseler Rheinwiesen     •  „Olympischer Garten“ mit Sportanlagen im Deichvorland     •  Triathlon am Rheinufer Die Tagespresse Titelt:   „Wut-Demo   gegen   Olympia-Dorf.   Düsseldorf:   4.000   zogen   zum   Rathaus“,   „Erwin,   geh   zum Teufel“,   „Der Aufstand in Lörick“, „OB wurde niedergeschrien.“ 04.03.2002:    6.633   Unterschriften   gegen   das   Brückenprojekt   werden   OB   Erwin   zwei Tage   nach   Groß-Demonstration   überreicht. Beginn   einer   beispiellosen   Pressekampagne   mit   weit   über   250   kritischen   Presseberichten   gegen   die   verfehlte   Olympia- Planung. 10.03.2002: OB Erwin kommt nach Lörick und setzt sich dem kalten Wind des Misstrauens aus. 11.03.2002: Die Planung eines Olympischen Dorfes in Lörick muss vertagt werden. 04.04.2002:    Vertreter    des   Aktionsbündnisses    im    Gespräch    mit    Ministerpräsident    Clement    und    Minister    Vesper.    Es    wird erkennbar,   dass   die   öffentlichen   Proteste   aus   Sicht   der   beiden   Herren   die   Düsseldorfer   Bewerbung   gefährden.   Ein   neues Konzept   soll   nun   die   Protestfront   beruhigen.   Das   bisherige   Plangebiet   wird   zu   einem   dreimal   so   großen   „Suchgebiet“   erweitert. Das   neue   Suchgebiet   –   Wasserschutzgebiet,   Landschafts-   und   Naturschutzgebiete,   Gewerbeflächen   mit   70   Kleinunternehmen und   ca.   750 Arbeitnehmern   –   zeichnet   Clement   spontan   mit   einem   Kugelschreiber   auf   den   bisherigen   Plan.   Ihm   entgeht,   dass die   zusätzlichen   Flächen   aufgrund   verschiedener   rechtlicher   Hindernisse   ebenso   wenig   zur   Verfügung   stehen   wie   auch   die Flächen   im   Kerngebiet.   Denn   letztere   sind   im   Besitz   unterschiedlicher   Grundstückseigner,   deren   Grundstücke   nur   nach   einem langjährigen   Enteignungsverfahren,   das   den   Termin   2012   überschreiten   würde,   zur   Verfügung   stehen   könnten.   Zum   Projekt Rheinquerung erklärt Clement kategorisch, es komme nur eine Brücke in Betracht, für einen Tunnel gebe es keinen Zuschuss. „Kommen   Sie   am   Donnerstag,   den   11. April   2002,   14.45   Uhr   zum   Rathausplatz!   Demonstrieren   Sie   aus Anlass   der   Ratssitzung mit   dem Aktionsbündnis   „Hände   weg   von   den   Rheinauen“,   heißt   es   auf   einem   Flugblatt.   Während   der   Ratssitzung   kommt   es   zu Tumulten.   Wegen   der   Bürgerproteste   war   zu   diesem   Zeitpunkt   bereits   der   Beschluss   des   Rates   vom   11.03.2002   über   die Planung eines Olympischen Dorfes in Lörick vertagt worden.  16.04.2002   BILD   titelt:   „Die   totale   WM-Pleite.“,   EXPRESS:   „Erwin   weint/Sch...WM.   Aus   der   Traum.“      Das   hindert   OB Erwin    nicht    daran,    ein    intaktes    Stadion    zu    sprengen    und    seine    Arena-Baupläne,    unbeschadet    einer    ungesicherten Finanzierung   und   mangelnder   Landesbürgschaft,   durchzusetzen.   Einen   heimischen   Sportverein,   der   in   Düsseldorf   die   Ränge füllen   könnte,   gibt   es   nicht.   Welche   Interessen   vertritt   OB   Erwin?   Der   EXPRESS   titelte   zuvor   am   08.11.2001:   „Böse   Vorwürfe gegen   den   OB“   und   beschreibt,   in   welcher   Weise   Erwins   Schwiegervater   und   Bauunternehmer   Willi   Schüssler   in   das   438   Mio. Mark   schwere   Bauvorhaben   involviert   ist.   Und   weiter   heißt   es,   dass   Schüsslers   Ingeneurbüro   seit   Jahr   und   Tag   von   der   Stadt Aufträge   erhält. Am   22.03.2003   gibt   es   einen   erneuten   Vorwurf:   Der   EXPRESS   berichten   unter   der   Überschrift:   „Mauschelei   mit Schwiegervater“,   dass   der   Rat   hinter   verschlossenen   Türen   ein   Geschäft   absegnen   ließ,   das   auf   Antrag   eines   Ratsmitgliedes nun   der   Regierungspräsident   überprüfen   soll.   In   einem   Dringlichkeitsbeschluss   genehmigt   der   Rat   eine   Baumaßnahme   in Höhe von 100.000 Euro zu Gunsten des Schwiegervaters. Bis   zum   15.05.2002   hat   OB   Erwin   die   Chance,   auf   die   Wünsche   der   Bevölkerung   einzugehen;   das   ist   der   Abgabetermin   der Bewerbungsunterlagen   beim   NOK   in   Frankfurt.   Obwohl   angeblich   11   weitere   Standorte   für   ein   Olympisches   Dorf   geprüft   sind, bleibt es bei dem Planungsort Lörick. Die Proteste nehmen zu. 02.06.2002:    Groß-Demo    und    Trecker-Treck    vor    NOK    Frankfurt,    Presse    und    Internet-Berichterstattung.    Zwei    Protest- Dokumentationen   (in   je   zwölffacher   Ausfertigung)   werden   NOK-Präsidenten   Prof.   Walther   Tröger   überreicht.   Vertreter   des Bündnisses    tragen    mündlich    ihren    Protest    vor.   Auf    Großplakaten    und    Handzetteln    hatte    zuvor    das   Aktionsbündnis    zur Teilnahme   an   der   Groß-Demo   am   3.   Juni   2002   vor   dem   NOK   in   Frankfurt   aufgerufen.   Ein Trecker-Treck   der   existenzbedrohten Landwirte   macht   sich   zwei   Tage   vorher   auf   den   Weg   von   Düsseldorf   nach   Frankfurt,   begleitet   von   Presse   und   aktueller Internet-Berichterstattung. Drei Busse mit Mitgliedern des Aktions-Bündnisses folgen. Am   12.09.2002   präsentiert   das   Aktionsbündnis   der   Presse   Poster   und   Postkarten   gegen   Olympia.   Sie   zeigen   die   bedrohte Landschaft   und   dörfliche   Motive   unter   dem   Motto:   Besuchen   Sie   Lörick,   solange   es   noch   steht.   Die   Produktion   findet   im Handel und beim Publikum große Zustimmung und Abnahme. (Fotos und Poster: Richard Fuchs) Mit    Schreiben    vom    13.09.2002    erreicht    die    dritte    Protest-Dokumentation    das    NOK,    verbunden    mit    dem    Wunsch    des Aktionsbündnisses   mit   dem   Evaluierungskomitee   am   18./19.10.2002   sprechen   zu   können.   Zu   dem   Treffen   kommt   es   in   letzter Minute,   denn   zunächst   wird   von   Seiten   der   Stadt   alles   getan,   um   einen   Kontakt   zwischen   dem   Evaluierungskomitee   und   dem Aktionsbündnis   zu   verhindern.   Letztlich   zeigt   der   Protest   dennoch   Wirkung.   Denn   das   Evaluierungskomitee   platziert   bei   seiner Bewertung des Standortes für das Olympische Dorf Düsseldorf auf Platz 5.  19.10.2002: Treffen mit Evaluierungskomitee trotz Verhinderungsversuchen der Stadt. Das   im   November   2002   anberaumte   sogenannte   Werkstattverfahren   erhält   einen   besonderen   Platz   im   Schwarzbuch   des Steuerzahlerbundes.    Denn    ohne    jeden    Sinn    werden    dafür    500.000    Euro    verschwendet.    Das    erklärte    Ziel    ist    die Vereinnahmung   der   Bevölkerung   und   vor   allem   die   Protestfront.   Vertreter   des   Aktionsbündnisses   waren   zwar   als   Beobachter zugegen, nicht aber als Diskussionsteilnehmer. Damit wurde der Zweck der Veranstaltung verfehlt und lief ins Leere.  02.11.2002   Vertreter   des   Aktionsbündnisses   nehmen   an   der   Rundfunk-   und   TV-Übertragung   von   „Hallo   Ü-Wagen   direkt“   des WDR teil. 2002:   Der   Vorstand   der   Deichwächter   veranlasst   nach   Beendigung   der   großen   Kirmes   eine   Begehung   der   Oberkasseler Rheinwiesen   mit   dem   Vorsitzenden   des   Landschaftsbeirates,   Rechtsanwalt   Heuser,   um   auf   die   stetig   wachsenden   Schäden nach   jeder   Kirmes   aufmerksam   zu   machen.   Nach   Verhandlung   von   Herrn   Heuser   mit   den   Kirmesveranstaltern   kommt   es   noch im   selben   Jahr   erstmalig   zu   einer   umfassenden   Renaturierung   der   Wiesen.   Die   schadhaften   Stellen   werden   mit   Mutterboden bedeckt   und   eingesät;   an   den   neuen   Standorten   der   Elektroverteilerstellen   wird   das   alte   ungenutzte   Pflaster   entfernt   und   durch Rollrasen ersetzt. 2002:     Mit    Genehmigung    der    Stadt    Düsseldorf    veranstaltet    McKinsey    &    Company,    Inc.    im    Sommer    am    Rheinufer rechtsrheinisch,   aber   auch   linksrheinisch,   auf   den   Rheinwiesen   zwischen   der   Oberkasseler   Brücke   und   der   Theodor-Heuß- Brücke   einen   Event.   Hierbei   kommt   es,   bedingt   durch   Aufbauten   und   Befahren   der   Wiese   mit   Schwerlastern,   zu   erheblichen Schäden   des   Landschaftsschutzgebietes.   Obwohl   das   Landschaftsschutzgesetz   eine   solche   Nutzung   verbietet,   erteilte   die Stadt   Düsseldorf   die   Erlaubnis. Aus   diesem Anlass   stellten   die   Deichwächter   eine   Strafanzeige   gegen   die   Verantwortlichen   der Stadt Düsseldorf und eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Regierungspräsidenten. 05.02.2003:   Ein   letztes   Bürgerforum   –   es   ist   das   4.   im   überfüllten   Saal   der   Philippus-Kirche   –   nutzt   Minister   Vesper   (Grüne) wenige   Stunden   zuvor   dazu,   den   Sprecher   des   Aktionsbündnisses,   Heinz   Jürgens,   telefonisch   so   zu   attackieren,   dass   er gesundheitliche Schäden davon trägt und der Veranstaltung fernbleiben muss. Als „Büttel“ und „Scharfmacher“ soll der Minister den   Ruheständler   bezeichnet   haben.   Das   Bürgerforum   ist   nicht   nur   das   letzte,   sondern   auch   ein   besonders   wichtiges.   Denn dort   wird   ein   Bürgerbegehren   gegen   den   Ratsbeschluss   vom   20.01.2003   auf   den   Weg   gebracht,   das   zu   dieser      Zeit   kurz   vor dem    erfolgreichen   Abschluss    steht.    In    dem    Ratsbeschluss    gibt    die    Stadt    Düsseldorf    eine    Garantie,    für    den    Fall    eines nationalen   Sieges   nach   dem   12.04.2003,   ca.   50   Mio.   Euro   geschätzte   Kosten   für   die   internationale   Bewerbungsphase   bis 2005 zu übernehmen.   Mit   ihrem   Schreiben   vom   06.03.2003   an   den   Präsidenten   des   NOK   Dr.   Klaus   Steinbach,   macht   das   Aktionsbündnis   darauf aufmerksam,   dass   Düsseldorf   mit   falschen   Zahlen   hantiert.   Nach   einer   genauen   Analyse   der   Bewerbungsunterlagen   ist festzustellen,   dass   die   Gesamtkosten   für   die   Ausrichtung   der   Olympischen   Spiele   2012   auf   insgesamt   3.950   Mrd.   Euro belaufen   sollen,   OB   Erwin   und   die   Düsseldorf   Rhein-Ruhr   2012   GmbH   nennen   stattdessen   beharrlich   nur   eine   Zahl   von   2,2 Mrd.    Euro    oder    2,4    Mrd.    Euro.    Auf    der    Einnahmenseite    wiederum    rechnet    OB    Erwin    die    Zahlen    hoch.    Während    die Presseinformation   einer   Pressekonferenz   vom   17.02.2003   erklärt,   eine   Hochrechnung   der   Gesamteinnahmen   wäre   unseriös, vor   allem   in   Bezug   auf   die   Einnahmen   aus   dem   Verkauf   der   TV-Rechte,   kommt   OB   Erwin   auf   erwartete   Einnahmen   aus   dem Verkauf von Fernsehrechten von 1,8 bis 2 Mrd. Euro.
Zum Schutz der Düsseldorfer Rheinlandschaft
Frühjahr 1993: Erfolgreich gegen die Deichgaragen. Alarmiert durch städtische Pläne, sogenannte Deichgaragen im oberen Rheindeich zwischen Oberkasseler- und Kniebrücke für 500 Pkw-Einstellplätze einzurichten, finden sich im Frühjahr 1993 Oberkasseler Bürgerinnen und Bürger zusammen. Wenige Monate später, im Juni 1993, findet die Vereinsgründung des Deichwächter e. V. statt. Gründungsmitglieder und Jahrzehnte im Vorstand sind Ursel und Richard Fuchs, Dr. jur. Helmar Lang u. a.. Die Sorge um die Rheinauen und das Naherholungsgebiet für viele Menschen nicht nur aus dem Linksrheinischen veranlasst die Mitglieder im Sommer 1993, fast 5.000 Unterschriften gegen die Deichgaragen zu sammeln. Eine spektakuläre Plakataktion, Pressekonferenz, Radio- Interviews, Infostände an der Luegallee und ausgedehnte Kommunikation mit Politikerinnen und Politikern sowie die erste Deichwächter-Zeitung zum Deichwächter-Fest am Barbarossaplatz sorgen dafür, dass die Deichgaragen- Pläne zunächst wieder in den Schubladen der Stadtverwaltung verschwinden. Die damals bereits erarbeitete städtische Umfrage wird auf Antrag der Bezirksvertretung 4 gestoppt. „Von den Tiefgaragen- Projekten hat die Stadt Düsseldorf (...) mittlerweile Abstand genommen“ schreibt der damalige Minister für Stadtentwicklung und Verkehr am 17.01.1994 dem DEICHWÄCHTER e.V.     1994: Die Deichwächter folgern: Unsere Natur ist die beste Freizeitveranstaltung für die Düsseldorfer und ihre Familien! Eine gut besuchte Bürger- und Mitgliederversammlung am 23.10.1994 bringt viel unterstützende Zustimmung und etliche neue Mitglieder. 1994/95: Anwohnerparken. Dem Gemeinsinn verpflichtet, wurde in die Satzung vorausschauend als Zweck des Vereins u. a. aufgenommen, auch das Hinterland der Rheindeiche unter Gesichtspunkten des Umweltschutzes vor Eingriffen zu schützen. In diesem Sinne haben sich der DEICHWÄCHTER e. V. für sinnvolle Konzepte des Anwohnerparkens mit eingesetzt und Pläne zu einer Verkehrsberuhigung im Stadtteil – u.  a. auf der Luegallee – mit unterstützt. März 1996: Anwohnerparken wird eingeführt. September 1996: Neuer Vorstoß für Deichgaragen. Mitte September unterbreitet das Straßenverkehrsamt dem Ordnungs- und Verkehrsausschuss u. a. folgende Vorschläge: 1. „Es wird erneut vorgeschlagen, die Realisierungsmöglichkeiten von Deichgaragen zwischen Rheinkniebrücke und Oberkasseler Brücke zu prüfen. (...) Die Realisierung scheiterte bekanntlich am Widerstand einer Bürgerinitiative.“. 2. „Neben der Errichtung von gebührenpflichtigen Deichgaragen sollten weitere Standorte für den Bau von Garagen geprüft und ggfs. realisiert werden. Verwaltungsseitig wurden zwischenzeitig entsprechende Abklärungen mit (...) Bauherren vorgenommen.“ (Anmerkung Deichwächter: Dabei wurde auch eine Tiefgarage unter dem Kinderspielplatz Salierplatz in Erwägung gezogen). Wenn es nach den Plänen der Stadt und des Investors geht, sind durch die Baumaßnahme dort insgesamt 15 Bäume gefährdet. Am 09.10.1996 beschließt der Ordnungs- und Verkehrsausschuss bei zwei Enthaltungen (Bündnis 90/Grüne): „Zu dem Verwaltungsvorschlag Realisierungsmöglichkeiten zur Errichtung von Deichgaragen – ist eine Bürgerbefragung im weiteren Sinne durchzuführen. Das Ergebnis ist dem Ausschuss vorzulegen. Protokollführerin Ute Fischer: „Irgendwie will man sich wohl noch mal vergewissern, ob das Meinungsbild 1997 noch genau so sei wie 1993.“ 1997 (Karnevalswoche): In 12.000 Ober- und Niederkasseler Briefkästen, bei Anwohnern und Gewerbetreibenden, steckt eine städtische Umfrage, die ermitteln soll, wer „Interesse an der Anmietung eines Deichgaragenplatzes“ habe oder nicht, oder wer „gegen Deichgaragen“ sei. Der Deichwächter e. V. reagiert spontan, antwortet mit tausenden von Handzetteln: „Nach wie vor und jetzt erst recht – entschieden Nein zu Deichgaragen.“ Das Resultat: Aus dem Straßenverkehrsamt melden Gerhard Aschendorf und seine Kollegin Claudia Spindler: „Ganz deutliche Ablehnung.“ Ca. 85 % der Befragten antworten mit einem klaren Nein, nur etwa jeder 6. bekundete Interesse an dem umstrittenen Bauwerk. Wie die Stimmung in der Bevölkerung aussieht, wird bei der Februar-Sitzung der Bezirksvertretung 4 am 26.02.1997 mit dem eindrucksvollen Zahlenverhältnis offenkundig: 1.440 Nein- Stimmen, nur 172 Ja-Stimmen.

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