Zum Schutz der Düsseldorfer Rheinlandschaft.

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2001:   Schützen-Chef Arnold   fordert   in   einem   Interview   mit   dem   Express   mehr   „Ramba-Zamba“    auf   den   Rheinwiesen.   Um die   Deichwächter   nicht   gleich   zu   verärgern,   bringt   er   scheinbar   harmlose Aktivitäten   ins   Gespräch   wie   etwa   Beach-Volleyball, Kinderfeste,   Inline-Skater-Wettbewerbe.   Das   würde   bedeuten,   dass   zum   Beach-Volleyball-Turnier   allein   100.000   Gäste, Bierbuden,   Lärm,   Müll   und   die   parkenden Autos,   wie   zum   Zirkus,   die   Wiesen   zerstören.   Ungeachtet   der   Rheinwiesensatzung bläst   OB   Joachim   Erwin   in   das   gleiche   Horn,   „Olympia   auf   den   Rheinwiesen“   (RP,   18.9.01)   -   eine   Nummer   kleiner   darf   es nicht   sein.   Das   Kalkül   des   Schützenchefs   Arnold   lässt   vermuten:   Wenn   viele   Veranstalter   die   Wiese   zerstören,   muss   sich niemand mehr – vor allem nicht der Schützenverein – dafür verantwortlich fühlen. 2001:    Das   bereits   1998   geplante   Brücken-Projekt   der   Rheinquerung   wird   im   Zusammenhang   mit   den   Bewerbungen   um   WM 2006   und   Olympische   Spiele   wiederbelebt. An   dieser   Planung   entzündet   sich   der   erste   Protest   von   Vereinen   und   Bürgerinnen und   Bürgern   links-   und   rechtsrheinisch,   der   sich   wegen   Zerstörung   der   Landschaft   auf   der   Pressekonferenz   am   17.01.2002 artikuliert.
Zum Schutz der Düsseldorfer Rheinlandschaft
Frühjahr 1993: Erfolgreich gegen die Deichgaragen. Alarmiert durch städtische Pläne, sogenannte Deichgaragen im oberen Rheindeich zwischen Oberkasseler- und Kniebrücke für 500 Pkw-Einstellplätze einzurichten, finden sich im Frühjahr 1993 Oberkasseler Bürgerinnen und Bürger zusammen. Wenige Monate später, im Juni 1993, findet die Vereinsgründung des Deichwächter e. V. statt. Gründungsmitglieder und Jahrzehnte im Vorstand sind Ursel und Richard Fuchs, Dr. jur. Helmar Lang u. a.. Die Sorge um die Rheinauen und das Naherholungsgebiet für viele Menschen nicht nur aus dem Linksrheinischen veranlasst die Mitglieder im Sommer 1993, fast 5.000 Unterschriften gegen die Deichgaragen zu sammeln. Eine spektakuläre Plakataktion, Pressekonferenz, Radio- Interviews, Infostände an der Luegallee und ausgedehnte Kommunikation mit Politikerinnen und Politikern sowie die erste Deichwächter-Zeitung zum Deichwächter-Fest am Barbarossaplatz sorgen dafür, dass die Deichgaragen- Pläne zunächst wieder in den Schubladen der Stadtverwaltung verschwinden. Die damals bereits erarbeitete städtische Umfrage wird auf Antrag der Bezirksvertretung 4 gestoppt. „Von den Tiefgaragen- Projekten hat die Stadt Düsseldorf (...) mittlerweile Abstand genommen“ schreibt der damalige Minister für Stadtentwicklung und Verkehr am 17.01.1994 dem DEICHWÄCHTER e.V.     1994: Die Deichwächter folgern: Unsere Natur ist die beste Freizeitveranstaltung für die Düsseldorfer und ihre Familien! Eine gut besuchte Bürger- und Mitgliederversammlung am 23.10.1994 bringt viel unterstützende Zustimmung und etliche neue Mitglieder. 1994/95: Anwohnerparken. Dem Gemeinsinn verpflichtet, wurde in die Satzung vorausschauend als Zweck des Vereins u. a. aufgenommen, auch das Hinterland der Rheindeiche unter Gesichtspunkten des Umweltschutzes vor Eingriffen zu schützen. In diesem Sinne haben sich der DEICHWÄCHTER e. V. für sinnvolle Konzepte des Anwohnerparkens mit eingesetzt und Pläne zu einer Verkehrsberuhigung im Stadtteil – u.  a. auf der Luegallee – mit unterstützt. März 1996: Anwohnerparken wird eingeführt. September 1996: Neuer Vorstoß für Deichgaragen. Mitte September unterbreitet das Straßenverkehrsamt dem Ordnungs- und Verkehrsausschuss u. a. folgende Vorschläge: 1. „Es wird erneut vorgeschlagen, die Realisierungsmöglichkeiten von Deichgaragen zwischen Rheinkniebrücke und Oberkasseler Brücke zu prüfen. (...) Die Realisierung scheiterte bekanntlich am Widerstand einer Bürgerinitiative.“. 2. „Neben der Errichtung von gebührenpflichtigen Deichgaragen sollten weitere Standorte für den Bau von Garagen geprüft und ggfs. realisiert werden. Verwaltungsseitig wurden zwischenzeitig entsprechende Abklärungen mit (...) Bauherren vorgenommen.“ (Anmerkung Deichwächter: Dabei wurde auch eine Tiefgarage unter dem Kinderspielplatz Salierplatz in Erwägung gezogen). Wenn es nach den Plänen der Stadt und des Investors geht, sind durch die Baumaßnahme dort insgesamt 15 Bäume gefährdet. Am 09.10.1996 beschließt der Ordnungs- und Verkehrsausschuss bei zwei Enthaltungen (Bündnis 90/Grüne): „Zu dem Verwaltungsvorschlag Realisierungsmöglichkeiten zur Errichtung von Deichgaragen – ist eine Bürgerbefragung im weiteren Sinne durchzuführen. Das Ergebnis ist dem Ausschuss vorzulegen. Protokollführerin Ute Fischer: „Irgendwie will man sich wohl noch mal vergewissern, ob das Meinungsbild 1997 noch genau so sei wie 1993.“ 1997 (Karnevalswoche): In 12.000 Ober- und Niederkasseler Briefkästen, bei Anwohnern und Gewerbetreibenden, steckt eine städtische Umfrage, die ermitteln soll, wer „Interesse an der Anmietung eines Deichgaragenplatzes“ habe oder nicht, oder wer „gegen Deichgaragen“ sei. Der Deichwächter e. V. reagiert spontan, antwortet mit tausenden von Handzetteln: „Nach wie vor und jetzt erst recht – entschieden Nein zu Deichgaragen.“ Das Resultat: Aus dem Straßenverkehrsamt melden Gerhard Aschendorf und seine Kollegin Claudia Spindler: „Ganz deutliche Ablehnung.“ Ca. 85 % der Befragten antworten mit einem klaren Nein, nur etwa jeder 6. bekundete Interesse an dem umstrittenen Bauwerk. Wie die Stimmung in der Bevölkerung aussieht, wird bei der Februar-Sitzung der Bezirksvertretung 4 am 26.02.1997 mit dem eindrucksvollen Zahlenverhältnis offenkundig: 1.440 Nein- Stimmen, nur 172 Ja-Stimmen.

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