Zum Schutz der Düsseldorfer Rheinlandschaft.

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Deichwächter   protestieren   2001/2002   im   Verbund   mit   17   weiteren   Vereinen   erfolgreich   gegen   die   Olympia-Bewerbung   der Stadt Düsseldorf. Anstatt   einer   Industriebrache   hat   Oberbürgermeister   Erwin   ausgerechnet   die   heile   linksrheinische   Welt   mit   den   ausgedehnten Natur-   und   Landschaftsschutzgebieten,   der   Kulturlandschaft   wie   auch   die   landwirtschaftlichen   Gebiete   für   das   olympische   Dorf und   die   Austragungsstätten   ausgewählt.   Mehr   als   ein   Jahr   lang   bleibt   das   Aktionsbündnis   mit   wöchentlichen   Beratungen   und Aktionen erfolgreich aktiv, bis schließlich in München Leipzig den Zuschlag erhält.   Beteiligte    des   Aktionsbündnisses    HÄNDE    WEG    VON    DEN    RHEINAUEN:     Bürgerverein    Lörick    e.V.;    St.    Sebastianus Schützenbruderschaft    Lörick;    KGV    „Löricker    Wäldchen“    e.V.;    Initiative    „Rettet    die    Wiese“;    Bürgerverein    Büderich    e.V.; Heimatverein   Oberkassel   e.V.;   Bürgerverein   Handweiser   e.V.;   Bürgerverein   Niederkassel   e.V.;   Bürgerinnen-   und   Bürgerverein Deichwächter   e.V.;   Verkehrsclub   Deutschland   (VCD),   Kreisverband   Düsseldorf   e.V.;   Arbeitsgemeinschaft   Düsseldorfer   für umweltgerechte   Raum-   und   Verkehrsplanung   (ADuR)   im   NABU   Verband   Düsseldorf   e.V.;      BUND      Bund   für   Umwelt   und Naturschutz Deutschland, Kreisgruppe Düsseldorf; Landwirte-Kreisvereinigung Düsseldorf e.V. Löricker Landwirte. 18.12.2001:    Erste   Protestversammlung   und   baldige   Gründung   des Aktionsbündnis   „Hände   weg   von   den   Rheinauen“,   dem   sich 17 Vereine und Verbände mit Tausenden von Mitgliedern anschließen. 2002:    Deichwächter   fordern   schriftlich   am   4.   Februar   auf   der   Grundlage   des   Umweltinformationsgesetzes   von   OB   Erwin Informationen   zur   Olympiabewerbung   2012   der   Stadt   Düsseldorf.   Das   Schreiben   erhalten   die   Medien   als   Offenen   Brief   und   der Oberbürgermeister   durch   einen   Boten   der   Deichwächter,   der   einen   Umschlag   mit   Unterlagen      Herrn   Schulgen   am   Empfang des   Rathauses   aushändigt.   Dieser   und   der   Bürovorsteher   des   OB,   Voßwinkel,   bestätigen   später,   das   Schreiben   bis   auf   den Schreibtisch des OB weitergeleitet zu haben. Doch OB Erwin behauptet indessen, das Schreiben nie erhalten zu haben. 2002:     Anfang    des    Jahres    fällt    der    Startschuss    für    die    Olympia-Bewerbung    2012    der    Stadt    Düsseldorf    und    zeitgleich Protestaktivitäten    des    Aktionsbündnisses:    „Hände    weg    von    den    Rheinauen“.    Kernpunkte    der    Kritik    sind    die    verfehlten Bewerbungskriterien   des   NOK   und   IOC,   als   da   sind:   Ökologische   Verträglichkeit,   Nachhaltigkeit   der   Bebauung,   Akzeptanz   in der   Bevölkerung   und   Einbindung   in   vorhandene   Strukturen.   Die   Bewerbung   sieht   außerdem   die   Vernichtung   bäuerlicher Existenzen   in   Lörick,   der   Kleingartenanlagen   „Löricker   Wäldchen“,   der   Landschafts-   und   Naturschutzgebiete   am   Rhein   und   der Gewerbebetriebe   auf   dem   Gelände   der   Böhlerwerke   vor.   Eine   neue   Brücke,   für   die   kein   grundsätzlicher   Bedarf   besteht,   soll   zu einem   hohen   Flächenbedarf   und   der   Zerschneidung   der   Landschaft   führen.   Die   Oberkasseler   Rheinwiesen   sollen   den   Beach- Volleyball-Spielen,     bzw.     den    Arenen,     Übungsfeldern,     Mannschafts-     und     Versorgungsgebäuden,    Anfahrtswegen     und Parkplätzen zum Opfer fallen. Gemeinsam   mit   den   Teilnehmern   des   Bündnisses,   Heimatvereinen,   Naturschutzverbänden,   den   Löricker   Landwirten,   kommt es   zu   mehreren   Demonstrationen   und   einer   Protestfahrt   mit   Traktoren   und   Bussen   zum   NOK   nach   Frankfurt.   Hier   werden Dokumentationsbände   mit   ausführlichen   Begründungen   überreicht,   darunter   eine   Pressedokumentation   mit   über   250   kritischen Berichten. Die Bevölkerung nimmt durch Broschüren, Handzettel und Bürgerforen regen Anteil an der Protestaktion. 04.02.2002:    Bezugnehmend   auf   das   Umweltinformationsgesetzes   verlangt   das   Bündnis   von   OB   Erwin   detaillierte   Auskünfte über Olympische Spiele 2012 und beantragt nach Fristüberschreitung eine Einstweilige Anordnung. Nachdem    dem   Aktionsbündnis    erschreckende    Einzelheiten    der    Planung    des    Olympischen    Dorfes    für    16.000    Menschen bekannt   geworden   sind,   die   in   der   Bezirksvertretung   4   am   27.02.2002   vorgestellt   werden,   veranstaltet   das   Bündnis   am Folgetag,   den   28.02.2002,   das   erste   Bürgerforum.   Ihm   werden   noch   drei   weitere   Foren   in   einem   überfüllten   Saal   mit   rund   400 Besuchern   folgen.   Computer-Simulationen   verdeutlichen   das   ganze   Ausmaß   der   zu   erwartenden   geplanten,   gigantischen Zerstörung    von    Natur,    Landschaft,    Landwirtschaft    und    urbaner    Infrastruktur.    Von    nun    an    kann    sich    jeder    über    einen professionellen Internetauftritt (www.took.de) über aktuelle Aktionen informieren. Am    02.03.2002    führt    ein    über    1.000    Meter    langer    Demonstrationszug    mit    Traktoren-Korso    und    Fußgängern    vom linksrheinischen Oberkassel über die Oberkassler Brücke durch die Altstadt bis zum Rathaus. Die Proteste richten sich gegen:     •  400.000 qm Flächenverbrauch für Olympisches Dorf (Hochhäuser) in Löricker und         Büdericher Grüngebieten     •  Vernichtung verbraucher- u. stadtnaher Landwirtschaft     •  Bus- und Straßenbahnbrücke (statt Tunnel) Messe/Lörick/Heerdt     •  4-spurige Ortsumgehung Büderich durch Äcker und Rheinvorland     •  Beach-Volleyball-Anlagen auf Oberkasseler Rheinwiesen     •  „Olympischer Garten“ mit Sportanlagen im Deichvorland     •  Triathlon am Rheinufer Die Tagespresse Titelt:   „Wut-Demo   gegen   Olympia-Dorf.   Düsseldorf:   4.000   zogen   zum   Rathaus“,   „Erwin,   geh   zum Teufel“,   „Der Aufstand in Lörick“, „OB wurde niedergeschrien.“ 04.03.2002:    6.633   Unterschriften   gegen   das   Brückenprojekt   werden   OB   Erwin   zwei Tage   nach   Groß-Demonstration   überreicht. Beginn   einer   beispiellosen   Pressekampagne   mit   weit   über   250   kritischen   Presseberichten   gegen   die   verfehlte   Olympia- Planung. 10.03.2002: OB Erwin kommt nach Lörick und setzt sich dem kalten Wind des Misstrauens aus. 11.03.2002: Die Planung eines Olympischen Dorfes in Lörick muss vertagt werden. 04.04.2002:    Vertreter    des   Aktionsbündnisses    im    Gespräch    mit    Ministerpräsident    Clement    und    Minister    Vesper.    Es    wird erkennbar,   dass   die   öffentlichen   Proteste   aus   Sicht   der   beiden   Herren   die   Düsseldorfer   Bewerbung   gefährden.   Ein   neues Konzept   soll   nun   die   Protestfront   beruhigen.   Das   bisherige   Plangebiet   wird   zu   einem   dreimal   so   großen   „Suchgebiet“   erweitert. Das   neue   Suchgebiet   –   Wasserschutzgebiet,   Landschafts-   und   Naturschutzgebiete,   Gewerbeflächen   mit   70   Kleinunternehmen und   ca.   750 Arbeitnehmern   –   zeichnet   Clement   spontan   mit   einem   Kugelschreiber   auf   den   bisherigen   Plan.   Ihm   entgeht,   dass die   zusätzlichen   Flächen   aufgrund   verschiedener   rechtlicher   Hindernisse   ebenso   wenig   zur   Verfügung   stehen   wie   auch   die Flächen   im   Kerngebiet.   Denn   letztere   sind   im   Besitz   unterschiedlicher   Grundstückseigner,   deren   Grundstücke   nur   nach   einem langjährigen   Enteignungsverfahren,   das   den   Termin   2012   überschreiten   würde,   zur   Verfügung   stehen   könnten.   Zum   Projekt Rheinquerung erklärt Clement kategorisch, es komme nur eine Brücke in Betracht, für einen Tunnel gebe es keinen Zuschuss. „Kommen   Sie   am   Donnerstag,   den   11. April   2002,   14.45   Uhr   zum   Rathausplatz!   Demonstrieren   Sie   aus Anlass   der   Ratssitzung mit   dem Aktionsbündnis   „Hände   weg   von   den   Rheinauen“,   heißt   es   auf   einem   Flugblatt.   Während   der   Ratssitzung   kommt   es   zu Tumulten.   Wegen   der   Bürgerproteste   war   zu   diesem   Zeitpunkt   bereits   der   Beschluss   des   Rates   vom   11.03.2002   über   die Planung eines Olympischen Dorfes in Lörick vertagt worden.  16.04.2002   BILD   titelt:   „Die   totale   WM-Pleite.“,   EXPRESS:   „Erwin   weint/Sch...WM.   Aus   der   Traum.“      Das   hindert   OB Erwin    nicht    daran,    ein    intaktes    Stadion    zu    sprengen    und    seine    Arena-Baupläne,    unbeschadet    einer    ungesicherten Finanzierung   und   mangelnder   Landesbürgschaft,   durchzusetzen.   Einen   heimischen   Sportverein,   der   in   Düsseldorf   die   Ränge füllen   könnte,   gibt   es   nicht.   Welche   Interessen   vertritt   OB   Erwin?   Der   EXPRESS   titelte   zuvor   am   08.11.2001:   „Böse   Vorwürfe gegen   den   OB“   und   beschreibt,   in   welcher   Weise   Erwins   Schwiegervater   und   Bauunternehmer   Willi   Schüssler   in   das   438   Mio. Mark   schwere   Bauvorhaben   involviert   ist.   Und   weiter   heißt   es,   dass   Schüsslers   Ingeneurbüro   seit   Jahr   und   Tag   von   der   Stadt Aufträge   erhält. Am   22.03.2003   gibt   es   einen   erneuten   Vorwurf:   Der   EXPRESS   berichten   unter   der   Überschrift:   „Mauschelei   mit Schwiegervater“,   dass   der   Rat   hinter   verschlossenen   Türen   ein   Geschäft   absegnen   ließ,   das   auf   Antrag   eines   Ratsmitgliedes nun   der   Regierungspräsident   überprüfen   soll.   In   einem   Dringlichkeitsbeschluss   genehmigt   der   Rat   eine   Baumaßnahme   in Höhe von 100.000 Euro zu Gunsten des Schwiegervaters. Bis   zum   15.05.2002   hat   OB   Erwin   die   Chance,   auf   die   Wünsche   der   Bevölkerung   einzugehen;   das   ist   der   Abgabetermin   der Bewerbungsunterlagen   beim   NOK   in   Frankfurt.   Obwohl   angeblich   11   weitere   Standorte   für   ein   Olympisches   Dorf   geprüft   sind, bleibt es bei dem Planungsort Lörick. Die Proteste nehmen zu. 02.06.2002:    Groß-Demo    und    Trecker-Treck    vor    NOK    Frankfurt,    Presse    und    Internet-Berichterstattung.    Zwei    Protest- Dokumentationen   (in   je   zwölffacher   Ausfertigung)   werden   NOK-Präsidenten   Prof.   Walther   Tröger   überreicht.   Vertreter   des Bündnisses    tragen    mündlich    ihren    Protest    vor.   Auf    Großplakaten    und    Handzetteln    hatte    zuvor    das   Aktionsbündnis    zur Teilnahme   an   der   Groß-Demo   am   3.   Juni   2002   vor   dem   NOK   in   Frankfurt   aufgerufen.   Ein Trecker-Treck   der   existenzbedrohten Landwirte   macht   sich   zwei   Tage   vorher   auf   den   Weg   von   Düsseldorf   nach   Frankfurt,   begleitet   von   Presse   und   aktueller Internet-Berichterstattung. Drei Busse mit Mitgliedern des Aktions-Bündnisses folgen. Am   12.09.2002   präsentiert   das   Aktionsbündnis   der   Presse   Poster   und   Postkarten   gegen   Olympia.   Sie   zeigen   die   bedrohte Landschaft   und   dörfliche   Motive   unter   dem   Motto:   Besuchen   Sie   Lörick,   solange   es   noch   steht.   Die   Produktion   findet   im Handel und beim Publikum große Zustimmung und Abnahme. (Fotos und Poster: Richard Fuchs) Mit    Schreiben    vom    13.09.2002    erreicht    die    dritte    Protest-Dokumentation    das    NOK,    verbunden    mit    dem    Wunsch    des Aktionsbündnisses   mit   dem   Evaluierungskomitee   am   18./19.10.2002   sprechen   zu   können.   Zu   dem   Treffen   kommt   es   in   letzter Minute,   denn   zunächst   wird   von   Seiten   der   Stadt   alles   getan,   um   einen   Kontakt   zwischen   dem   Evaluierungskomitee   und   dem Aktionsbündnis   zu   verhindern.   Letztlich   zeigt   der   Protest   dennoch   Wirkung.   Denn   das   Evaluierungskomitee   platziert   bei   seiner Bewertung des Standortes für das Olympische Dorf Düsseldorf auf Platz 5.  19.10.2002: Treffen mit Evaluierungskomitee trotz Verhinderungsversuchen der Stadt. Das   im   November   2002   anberaumte   sogenannte   Werkstattverfahren   erhält   einen   besonderen   Platz   im   Schwarzbuch   des Steuerzahlerbundes.    Denn    ohne    jeden    Sinn    werden    dafür    500.000    Euro    verschwendet.    Das    erklärte    Ziel    ist    die Vereinnahmung   der   Bevölkerung   und   vor   allem   die   Protestfront.   Vertreter   des   Aktionsbündnisses   waren   zwar   als   Beobachter zugegen, nicht aber als Diskussionsteilnehmer. Damit wurde der Zweck der Veranstaltung verfehlt und lief ins Leere.  02.11.2002   Vertreter   des   Aktionsbündnisses   nehmen   an   der   Rundfunk-   und   TV-Übertragung   von   „Hallo   Ü-Wagen   direkt“   des WDR teil. 2002:   Der   Vorstand   der   Deichwächter   veranlasst   nach   Beendigung   der   großen   Kirmes   eine   Begehung   der   Oberkasseler Rheinwiesen   mit   dem   Vorsitzenden   des   Landschaftsbeirates,   Rechtsanwalt   Heuser,   um   auf   die   stetig   wachsenden   Schäden nach   jeder   Kirmes   aufmerksam   zu   machen.   Nach   Verhandlung   von   Herrn   Heuser   mit   den   Kirmesveranstaltern   kommt   es   noch im   selben   Jahr   erstmalig   zu   einer   umfassenden   Renaturierung   der   Wiesen.   Die   schadhaften   Stellen   werden   mit   Mutterboden bedeckt   und   eingesät;   an   den   neuen   Standorten   der   Elektroverteilerstellen   wird   das   alte   ungenutzte   Pflaster   entfernt   und   durch Rollrasen ersetzt. 2002:     Mit    Genehmigung    der    Stadt    Düsseldorf    veranstaltet    McKinsey    &    Company,    Inc.    im    Sommer    am    Rheinufer rechtsrheinisch,   aber   auch   linksrheinisch,   auf   den   Rheinwiesen   zwischen   der   Oberkasseler   Brücke   und   der   Theodor-Heuß- Brücke   einen   Event.   Hierbei   kommt   es,   bedingt   durch   Aufbauten   und   Befahren   der   Wiese   mit   Schwerlastern,   zu   erheblichen Schäden   des   Landschaftsschutzgebietes.   Obwohl   das   Landschaftsschutzgesetz   eine   solche   Nutzung   verbietet,   erteilte   die Stadt   Düsseldorf   die   Erlaubnis. Aus   diesem Anlass   stellten   die   Deichwächter   eine   Strafanzeige   gegen   die   Verantwortlichen   der Stadt Düsseldorf und eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Regierungspräsidenten. 05.02.2003:   Ein   letztes   Bürgerforum   –   es   ist   das   4.   im   überfüllten   Saal   der   Philippus-Kirche   –   nutzt   Minister   Vesper   (Grüne) wenige   Stunden   zuvor   dazu,   den   Sprecher   des   Aktionsbündnisses,   Heinz   Jürgens,   telefonisch   so   zu   attackieren,   dass   er gesundheitliche Schäden davon trägt und der Veranstaltung fernbleiben muss. Als „Büttel“ und „Scharfmacher“ soll der Minister den   Ruheständler   bezeichnet   haben.   Das   Bürgerforum   ist   nicht   nur   das   letzte,   sondern   auch   ein   besonders   wichtiges.   Denn dort   wird   ein   Bürgerbegehren   gegen   den   Ratsbeschluss   vom   20.01.2003   auf   den   Weg   gebracht,   das   zu   dieser      Zeit   kurz   vor dem    erfolgreichen   Abschluss    steht.    In    dem    Ratsbeschluss    gibt    die    Stadt    Düsseldorf    eine    Garantie,    für    den    Fall    eines nationalen   Sieges   nach   dem   12.04.2003,   ca.   50   Mio.   Euro   geschätzte   Kosten   für   die   internationale   Bewerbungsphase   bis 2005 zu übernehmen.   Mit   ihrem   Schreiben   vom   06.03.2003   an   den   Präsidenten   des   NOK   Dr.   Klaus   Steinbach,   macht   das   Aktionsbündnis   darauf aufmerksam,   dass   Düsseldorf   mit   falschen   Zahlen   hantiert.   Nach   einer   genauen   Analyse   der   Bewerbungsunterlagen   ist festzustellen,   dass   die   Gesamtkosten   für   die   Ausrichtung   der   Olympischen   Spiele   2012   auf   insgesamt   3.950   Mrd.   Euro belaufen   sollen,   OB   Erwin   und   die   Düsseldorf   Rhein-Ruhr   2012   GmbH   nennen   stattdessen   beharrlich   nur   eine   Zahl   von   2,2 Mrd.    Euro    oder    2,4    Mrd.    Euro.    Auf    der    Einnahmenseite    wiederum    rechnet    OB    Erwin    die    Zahlen    hoch.    Während    die Presseinformation   einer   Pressekonferenz   vom   17.02.2003   erklärt,   eine   Hochrechnung   der   Gesamteinnahmen   wäre   unseriös, vor   allem   in   Bezug   auf   die   Einnahmen   aus   dem   Verkauf   der   TV-Rechte,   kommt   OB   Erwin   auf   erwartete   Einnahmen   aus   dem Verkauf von Fernsehrechten von 1,8 bis 2 Mrd. Euro.
Zum Schutz der Düsseldorfer Rheinlandschaft
Deichwächter     protestieren     2001/2002     im     Verbund     mit     17 weiteren    Vereinen    erfolgreich    gegen    die    Olympia-Bewerbung der Stadt Düsseldorf. Anstatt    einer    Industriebrache    hat    Oberbürgermeister    Erwin ausgerechnet      die      heile      linksrheinische      Welt      mit      den ausgedehnten     Natur-     und     Landschaftsschutzgebieten,     der Kulturlandschaft   wie   auch   die   landwirtschaftlichen   Gebiete   für das   olympische   Dorf   und   die   Austragungsstätten   ausgewählt. Mehr     als     ein     Jahr     lang     bleibt     das     Aktionsbündnis     mit wöchentlichen   Beratungen   und   Aktionen   erfolgreich   aktiv,   bis schließlich in München Leipzig den Zuschlag erhält.   Beteiligte   des   Aktionsbündnisses   HÄNDE   WEG   VON   DEN RHEINAUEN:      Bürgerverein     Lörick     e.V.;     St.     Sebastianus Schützenbruderschaft    Lörick;    KGV    „Löricker    Wäldchen“    e.V.; Initiative     „Rettet     die     Wiese“;     Bürgerverein     Büderich     e.V.; Heimatverein   Oberkassel   e.V.;   Bürgerverein   Handweiser   e.V.; Bürgerverein   Niederkassel   e.V.;   Bürgerinnen-   und   Bürgerverein Deichwächter       e.V.;       Verkehrsclub       Deutschland       (VCD), Kreisverband   Düsseldorf   e.V.; Arbeitsgemeinschaft   Düsseldorfer für    umweltgerechte    Raum-    und    Verkehrsplanung    (ADuR)    im NABU   Verband   Düsseldorf   e.V.;      BUND      Bund   für   Umwelt   und Naturschutz        Deutschland,        Kreisgruppe        Düsseldorf; Landwirte-Kreisvereinigung Düsseldorf e.V. Löricker Landwirte. 18.12.2001:    Erste   Protestversammlung   und   baldige   Gründung des Aktionsbündnis   „Hände   weg   von   den   Rheinauen“,   dem   sich 17    Vereine    und    Verbände    mit    Tausenden    von    Mitgliedern anschließen. 2002:    Deichwächter   fordern   schriftlich   am   4.   Februar   auf   der Grundlage    des    Umweltinformationsgesetzes    von    OB    Erwin Informationen      zur      Olympiabewerbung      2012      der      Stadt Düsseldorf.    Das    Schreiben    erhalten    die    Medien    als    Offenen Brief     und     der     Oberbürgermeister     durch     einen     Boten     der Deichwächter,    der    einen    Umschlag    mit    Unterlagen        Herrn Schulgen   am   Empfang   des   Rathauses   aushändigt.   Dieser   und der   Bürovorsteher   des   OB,   Voßwinkel,   bestätigen   später,   das Schreiben   bis   auf   den   Schreibtisch   des   OB   weitergeleitet   zu haben.   Doch   OB   Erwin   behauptet   indessen,   das   Schreiben   nie erhalten zu haben. 2002:    Anfang   des   Jahres   fällt   der   Startschuss   für   die   Olympia- Bewerbung      2012      der      Stadt      Düsseldorf      und      zeitgleich Protestaktivitäten   des   Aktionsbündnisses:   „Hände   weg   von   den Rheinauen“.      Kernpunkte      der      Kritik      sind      die      verfehlten Bewerbungskriterien     des     NOK     und     IOC,     als     da     sind: Ökologische     Verträglichkeit,     Nachhaltigkeit     der     Bebauung, Akzeptanz   in   der   Bevölkerung   und   Einbindung   in   vorhandene Strukturen.    Die    Bewerbung    sieht    außerdem    die    Vernichtung bäuerlicher     Existenzen     in     Lörick,     der     Kleingartenanlagen „Löricker   Wäldchen“,   der   Landschafts-   und   Naturschutzgebiete am    Rhein    und    der    Gewerbebetriebe    auf    dem    Gelände    der Böhlerwerke   vor.   Eine   neue   Brücke,   für   die   kein   grundsätzlicher Bedarf    besteht,    soll    zu    einem    hohen    Flächenbedarf    und    der Zerschneidung     der     Landschaft     führen.     Die     Oberkasseler Rheinwiesen    sollen    den    Beach-Volleyball-Spielen,    bzw.    den Arenen,      Übungsfeldern,      Mannschafts-      und      Versorgungs- gebäuden, Anfahrtswegen und Parkplätzen zum Opfer fallen. Gemeinsam       mit       den       Teilnehmern       des       Bündnisses, Heimatvereinen,    Naturschutzverbänden,    den    Löricker    Land- wirten,    kommt    es    zu    mehreren    Demonstrationen    und    einer Protestfahrt   mit Traktoren   und   Bussen   zum   NOK   nach   Frankfurt. Hier       werden       Dokumentationsbände       mit       ausführlichen Begründungen   überreicht,   darunter   eine   Pressedokumentation mit   über   250   kritischen   Berichten.   Die   Bevölkerung   nimmt   durch Broschüren,   Handzettel   und   Bürgerforen   regen   Anteil   an   der Protestaktion. 04.02.2002:      Bezugnehmend     auf     das     Umweltinformations- gesetzes    verlangt    das    Bündnis    von    OB    Erwin    detaillierte Auskünfte   über   Olympische   Spiele   2012   und   beantragt   nach Fristüberschreitung eine Einstweilige Anordnung. Nachdem   dem   Aktionsbündnis   erschreckende   Einzelheiten   der Planung   des   Olympischen   Dorfes   für   16.000   Menschen   bekannt geworden   sind,   die   in   der   Bezirksvertretung   4   am   27.02.2002 vorgestellt   werden,   veranstaltet   das   Bündnis   am   Folgetag,   den 28.02.2002,    das    erste    Bürgerforum.    Ihm    werden    noch    drei weitere   Foren   in   einem   überfüllten   Saal   mit   rund   400   Besuchern folgen.      Computer-Simulationen      verdeutlichen      das      ganze Ausmaß      der      zu      erwartenden      geplanten,      gigantischen Zerstörung   von   Natur,   Landschaft,   Landwirtschaft   und   urbaner Infrastruktur.     Von     nun     an     kann     sich     jeder     über     einen professionellen     Internetauftritt     (www.took.de)     über     aktuelle Aktionen informieren. Am    02.03.2002    führt    ein    über    1.000    Meter    langer    Demon- strationszug      mit     Traktoren-Korso      und      Fußgängern      vom linksrheinischen   Oberkassel   über   die   Oberkassler   Brücke   durch die Altstadt bis zum Rathaus. Die Proteste richten sich gegen:                 •        400.000    qm    Flächenverbrauch    für    Olympisches    Dorf (Hochhäuser) in Löricker und Büdericher Grüngebieten     •  Vernichtung verbraucher- u. stadtnaher Landwirtschaft        •              Bus-       und       Straßenbahnbrücke       (statt       Tunnel) Messe/Lörick/Heerdt         •        4-spurige    Ortsumgehung    Büderich    durch    Äcker    und Rheinvorland     •  Beach-Volleyball-Anlagen auf Oberkasseler Rheinwiesen     •  „Olympischer Garten“ mit Sportanlagen im Deichvorland     •  Triathlon am Rheinufer Die     Tagespresse     Titelt:     „Wut-Demo     gegen     Olympia-Dorf. Düsseldorf:    4.000    zogen    zum    Rathaus“,    „Erwin,    geh    zum Teufel“, „Der Aufstand in Lörick“, „OB wurde niedergeschrien.“ 04.03.2002:     6.633    Unterschriften    gegen    das    Brückenprojekt werden     OB     Erwin     zwei     Tage     nach     Groß-Demonstration überreicht.   Beginn   einer   beispiellosen   Pressekampagne   mit   weit über     250     kritischen     Presseberichten     gegen     die     verfehlte Olympia-Planung. 10.03.2002:   OB   Erwin   kommt   nach   Lörick   und   setzt   sich   dem kalten Wind des Misstrauens aus. 11.03.2002:   Die   Planung   eines   Olympischen   Dorfes   in   Lörick muss vertagt werden. 04.04.2002:   Vertreter   des   Aktionsbündnisses   im   Gespräch   mit Ministerpräsident     Clement     und     Minister     Vesper.     Es     wird erkennbar,   dass   die   öffentlichen   Proteste   aus   Sicht   der   beiden Herren    die    Düsseldorfer    Bewerbung    gefährden.    Ein    neues Konzept    soll    nun    die    Protestfront    beruhigen.    Das    bisherige Plangebiet    wird    zu    einem    dreimal    so    großen    „Suchgebiet“ erweitert.      Das      neue      Suchgebiet      –      Wasserschutzgebiet, Landschafts-   und   Naturschutzgebiete,   Gewerbeflächen   mit   70 Kleinunternehmen    und    ca.    750    Arbeitnehmern    –    zeichnet Clement   spontan   mit   einem   Kugelschreiber   auf   den   bisherigen Plan.    Ihm    entgeht,    dass    die    zusätzlichen    Flächen    aufgrund verschiedener     rechtlicher     Hindernisse     ebenso     wenig     zur Verfügung   stehen   wie   auch   die   Flächen   im   Kerngebiet.   Denn letztere    sind    im    Besitz    unterschiedlicher    Grundstückseigner, deren        Grundstücke        nur        nach        einem        langjährigen Enteignungsverfahren,    das    den    Termin    2012    überschreiten würde,      zur      Verfügung      stehen      könnten.      Zum      Projekt Rheinquerung   erklärt   Clement   kategorisch,   es   komme   nur   eine Brücke in Betracht, für einen Tunnel gebe es keinen Zuschuss. „Kommen   Sie   am   Donnerstag,   den   11.   April   2002,   14.45   Uhr zum     Rathausplatz!     Demonstrieren     Sie     aus     Anlass     der Ratssitzung    mit    dem    Aktionsbündnis    „Hände    weg    von    den Rheinauen“,     heißt     es     auf     einem     Flugblatt.     Während     der Ratssitzung   kommt   es   zu   Tumulten.   Wegen   der   Bürgerproteste war   zu   diesem   Zeitpunkt   bereits   der   Beschluss   des   Rates   vom 11.03.2002    über    die    Planung    eines    Olympischen    Dorfes    in Lörick vertagt worden.  16.04.2002   BILD   titelt:   „Die   totale   WM-Pleite.“,   EXPRESS: „Erwin   weint/Sch...WM.   Aus   der   Traum.“      Das   hindert   OB Erwin   nicht   daran,   ein   intaktes   Stadion   zu   sprengen   und   seine Arena-Baupläne,    unbeschadet    einer    ungesicherten    Finanzie- rung   und   mangelnder   Landesbürgschaft,   durchzusetzen.   Einen heimischen    Sportverein,    der    in    Düsseldorf    die    Ränge    füllen könnte,   gibt   es   nicht.   Welche   Interessen   vertritt   OB   Erwin?   Der EXPRESS   titelte   zuvor   am   08.11.2001:   „Böse   Vorwürfe   gegen den      OB“      und      beschreibt,      in      welcher      Weise      Erwins Schwiegervater   und   Bauunternehmer   Willi   Schüssler   in   das   438 Mio.   Mark   schwere   Bauvorhaben   involviert   ist.   Und   weiter   heißt es,   dass   Schüsslers   Ingeneurbüro   seit   Jahr   und   Tag   von   der Stadt   Aufträge   erhält.   Am   22.03.2003   gibt   es   einen   erneuten Vorwurf:     Der     EXPRESS     berichten     unter     der     Überschrift: „Mauschelei      mit      Schwiegervater“,      dass      der      Rat      hinter verschlossenen    Türen    ein    Geschäft    absegnen    ließ,    das    auf Antrag     eines     Ratsmitgliedes     nun     der     Regierungspräsident überprüfen   soll.   In   einem   Dringlichkeitsbeschluss   genehmigt   der Rat   eine   Baumaßnahme   in   Höhe   von   100.000   Euro   zu   Gunsten des Schwiegervaters. Bis   zum   15.05.2002   hat   OB   Erwin   die   Chance,   auf   die   Wünsche der    Bevölkerung    einzugehen;    das    ist    der    Abgabetermin    der Bewerbungsunterlagen   beim   NOK   in   Frankfurt.   Obwohl   angeb- lich   11   weitere   Standorte   für   ein   Olympisches   Dorf   geprüft   sind, bleibt es bei dem Planungsort Lörick. Die Proteste nehmen zu. 02.06.2002:   Groß-Demo   und   Trecker-Treck   vor   NOK   Frankfurt, Presse       und       Internet-Berichterstattung.       Zwei       Protest- Dokumentationen   (in   je   zwölffacher   Ausfertigung)   werden   NOK- Präsidenten    Prof.    Walther    Tröger    überreicht.    Vertreter    des Bündnisses   tragen   mündlich   ihren   Protest   vor. Auf   Großplakaten und   Handzetteln   hatte   zuvor   das   Aktionsbündnis   zur   Teilnahme an   der   Groß-Demo   am   3.   Juni   2002   vor   dem   NOK   in   Frankfurt aufgerufen.   Ein   Trecker-Treck   der   existenzbedrohten   Landwirte macht   sich   zwei   Tage   vorher   auf   den   Weg   von   Düsseldorf   nach Frankfurt,     begleitet     von     Presse     und     aktueller     Internet- Berichterstattung.    Drei    Busse    mit    Mitgliedern    des    Aktions- Bündnisses folgen. Am    12.09.2002    präsentiert    das    Aktionsbündnis    der    Presse Poster   und   Postkarten   gegen   Olympia.   Sie   zeigen   die   bedrohte Landschaft   und   dörfliche   Motive   unter   dem   Motto:   Besuchen   Sie Lörick,   solange   es   noch   steht.   Die   Produktion   findet   im   Handel und   beim   Publikum   große   Zustimmung   und   Abnahme.   (Fotos und Poster: Richard Fuchs) Mit    Schreiben    vom    13.09.2002    erreicht    die    dritte    Protest- Dokumentation    das    NOK,    verbunden    mit    dem    Wunsch    des Aktionsbündnisses       mit       dem       Evaluierungskomitee       am 18./19.10.2002   sprechen   zu   können.   Zu   dem   Treffen   kommt   es in   letzter   Minute,   denn   zunächst   wird   von   Seiten   der   Stadt   alles getan,   um   einen   Kontakt   zwischen   dem   Evaluierungskomitee und    dem    Aktionsbündnis    zu    verhindern.    Letztlich    zeigt    der Protest     dennoch     Wirkung.     Denn     das     Evaluierungskomitee platziert     bei     seiner     Bewertung     des     Standortes     für     das Olympische Dorf Düsseldorf auf Platz 5.  19.10.2002:    Treffen    mit    Evaluierungskomitee    trotz    Verhinde- rungsversuchen der Stadt. Das    im    November    2002    anberaumte    sogenannte    Werkstatt- verfahren   erhält   einen   besonderen   Platz   im   Schwarzbuch   des Steuerzahlerbundes.    Denn    ohne    jeden    Sinn    werden    dafür 500.000     Euro     verschwendet.     Das     erklärte     Ziel     ist     die Vereinnahmung   der   Bevölkerung   und   vor   allem   die   Protestfront. Vertreter    des   Aktionsbündnisses    waren    zwar    als    Beobachter zugegen,   nicht   aber   als   Diskussionsteilnehmer.   Damit   wurde   der Zweck der Veranstaltung verfehlt und lief ins Leere.  02.11.2002    Vertreter    des    Aktionsbündnisses    nehmen    an    der Rundfunk-   und   TV-Übertragung   von   „Hallo   Ü-Wagen   direkt“   des WDR teil. 2002:     Der     Vorstand     der     Deichwächter     veranlasst     nach Beendigung      der      großen      Kirmes      eine      Begehung      der Oberkasseler      Rheinwiesen      mit      dem      Vorsitzenden      des Landschaftsbeirates,    Rechtsanwalt    Heuser,    um    auf    die    stetig wachsenden    Schäden    nach    jeder    Kirmes    aufmerksam    zu machen.     Nach     Verhandlung     von     Herrn     Heuser     mit     den Kirmesveranstaltern   kommt   es   noch   im   selben   Jahr   erstmalig   zu einer   umfassenden   Renaturierung   der   Wiesen.   Die   schadhaften Stellen   werden   mit   Mutterboden   bedeckt   und   eingesät;   an   den neuen    Standorten    der    Elektroverteilerstellen    wird    das    alte ungenutzte Pflaster entfernt und durch Rollrasen ersetzt. 2002:     Mit    Genehmigung    der    Stadt    Düsseldorf    veranstaltet McKinsey     &     Company,     Inc.     im     Sommer     am     Rheinufer rechtsrheinisch,   aber   auch   linksrheinisch,   auf   den   Rheinwiesen zwischen    der    Oberkasseler    Brücke    und    der    Theodor-Heuß- Brücke   einen   Event.   Hierbei   kommt   es,   bedingt   durch Aufbauten und    Befahren    der    Wiese    mit    Schwerlastern,    zu    erheblichen Schäden    des    Landschaftsschutzgebietes.    Obwohl    das    Land- schaftsschutzgesetz   eine   solche   Nutzung   verbietet,   erteilte   die Stadt   Düsseldorf   die   Erlaubnis.   Aus   diesem   Anlass   stellten   die Deichwächter   eine   Strafanzeige   gegen   die   Verantwortlichen   der Stadt    Düsseldorf    und    eine    Dienstaufsichtsbeschwerde    beim Regierungspräsidenten. 05.02.2003:    Ein    letztes    Bürgerforum    –    es    ist    das    4.    im überfüllten   Saal   der   Philippus-Kirche   –   nutzt   Minister   Vesper (Grüne)     wenige     Stunden     zuvor     dazu,     den     Sprecher     des Aktionsbündnisses,      Heinz      Jürgens,      telefonisch      so      zu attackieren,   dass   er   gesundheitliche   Schäden   davon   trägt   und der      Veranstaltung      fernbleiben      muss.      Als      „Büttel“      und „Scharfmacher“   soll   der   Minister   den   Ruheständler   bezeichnet haben.   Das   Bürgerforum   ist   nicht   nur   das   letzte,   sondern   auch ein   besonders   wichtiges.   Denn   dort   wird   ein   Bürgerbegehren gegen    den    Ratsbeschluss    vom    20.01.2003    auf    den    Weg gebracht,    das    zu    dieser        Zeit    kurz    vor    dem    erfolgreichen Abschluss     steht.     In     dem     Ratsbeschluss     gibt     die     Stadt Düsseldorf   eine   Garantie,   für   den   Fall   eines   nationalen   Sieges nach   dem   12.04.2003,   ca.   50   Mio.   Euro   geschätzte   Kosten   für die internationale Bewerbungsphase bis 2005 zu übernehmen.   Mit   ihrem   Schreiben   vom   06.03.2003   an   den   Präsidenten   des NOK    Dr.    Klaus    Steinbach,    macht    das   Aktionsbündnis    darauf aufmerksam,    dass    Düsseldorf    mit    falschen    Zahlen    hantiert. Nach    einer    genauen    Analyse    der    Bewerbungsunterlagen    ist festzustellen,   dass   die   Gesamtkosten   für   die   Ausrichtung   der Olympischen    Spiele    2012    auf    insgesamt    3.950    Mrd.    Euro belaufen   sollen,   OB   Erwin   und   die   Düsseldorf   Rhein-Ruhr   2012 GmbH   nennen   stattdessen   beharrlich   nur   eine   Zahl   von   2,2   Mrd. Euro   oder   2,4   Mrd.   Euro.   Auf   der   Einnahmenseite   wiederum rechnet    OB    Erwin    die    Zahlen    hoch.    Während    die    Presse- information   einer   Pressekonferenz   vom   17.02.2003   erklärt,   eine Hochrechnung   der   Gesamteinnahmen   wäre   unseriös,   vor   allem in   Bezug   auf   die   Einnahmen   aus   dem   Verkauf   der   TV-Rechte, kommt   OB   Erwin   auf   erwartete   Einnahmen   aus   dem   Verkauf von Fernsehrechten von 1,8 bis 2 Mrd. Euro.

        Was bisher geschah …